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Von bis wurden 90 Personen, meist Frauen, verbrannt.

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Point of View Dynamics 365: Die Zukunft digit ...

Jahrhundert folgende römische Inquisition schritt wiederholt gegen Hexenverfolgungen ein. Die Hexenverfolgungen in Europa fanden überwiegend in der Frühen Neuzeit statt, von bis Ihre Höhepunkte erreichten sie zwischen und — in Österreich bis Am stärksten war das Reich und die daran angrenzenden Gebiete betroffen.

Es wird geschätzt, dass allein auf Deutschland Für die Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit werden unterschiedliche Ursachen angenommen; die Wichtigkeit der einzelnen Faktoren variierte je nach Ort und Zeit. Magische Vorstellungen waren in den polytheistischen europäischen Religionen weit verbreitet gewesen s. Das Christentum hatte zu dieser Zeit bereits jüdisch-alttestamentarische Weltbilder rezipiert z. Die sexualpessimistische Begründung verwundert nicht, sah doch Thomas generell Sex aus Lust als unnatürlich an.

Man unterstellte den Katharern u. Schwarze Magie, Teufelspakte und sexuelle Ausschweifungen. Ergänzt wurde der Hexen-Diskurs auch noch aus einer anderen Richtung: Die Juden wurden von ihrer Umgebung durch alle nur möglichen Anschuldigungen diffamiert Ausübung satanischer Riten, Schadenzauber usw. Zur massiven Verunsicherung der Menschen trug ab dem Das ungünstige Klima schlug sich für die Menschen oft in konkreten katastrophalen Extremwetterereignissen nieder Hagel, Unwetter usw.

Verschiedene Seuchen fanden unter den oftmals geschwächten Menschen leichte Opfer. Berüchtigt ist der Schwarze Tod die Pest , der von bis zum ersten Mal und pandemisch in Europa ausgebrochen wütete und den Kontinent bis ins Jahrhundert hinein immer wieder in Angst und Schrecken versetzte. Viele Menschen kamen zu der Ansicht, die Kirche habe keine befriedigenden Antworten auf das Massensterben.

Der Alleinvertretungsanspruch der Kirche wurde aber auch fundamentaler und offener in Frage gestellt: Häretische Bewegungen konnten im Spätmittelalter meist noch unterdrückt werden.

Auch Kriege trugen zur Verunsicherung bei. Diese Bündelung von Krisenerscheinungen ging für viele mit einer massenhaften psychischen Erschütterung des Weltbildes und dem Verlust sicher geglaubter Wahrheiten einher und konnte sich bis zur Erwartung der nahen Apokalypse steigern. Die Suche nach Sündenböcken stellt in solchen existentiellen Notsituationen eine anthropologische Konstante dar. Jahrhundert, etwa bei den Hexenprozessen von Salem in Massachusetts , nahmen die Verfolger Beschuldigungen durch Kinder ernst, die einer Massenhysterie erlegen waren.

Analog konnten schlicht Antipathie oder Nachbarschaftsstreitigkeiten für eine der Parteien auf dem Scheiterhaufen enden. Die Kirchen spielten hierbei eine zwiespältige Rolle. Zwar gab es wirkungsmächtige Hexentheoretiker , die Geistliche waren. Dies trifft insbesondere auf den Autor des berüchtigten Hexenhammers Heinrich Kramer zu, der dem Dominikanerorden angehörte.

Allerdings musste Kramer zeitlebens gegen kirchlichen Widerstand kämpfen, etwa in Innsbruck wo er vom Bischof des Landes verwiesen wurde oder in Köln die Kölner Inquisition verurteilte die unethischen und illegalen Praktiken des Hexenhammers, da sie nicht im Einklang mit der katholischen Lehre standen [19].

Ebenso kamen viele der wichtigsten Gegner der Hexenverfolgung bekannte kirchliche Kritiker waren u. Unheilvoll wirkten immer wieder Prediger, die die theoretische Dämonologie an die Bevölkerung praktisch vermittelten und so der bereits skizzierten Suche nach Antworten der Massen oftmals Richtung und Schlagkraft verlieh. Faktisch gab es in Ländern, in denen sich die Inquisition durchsetzen konnte, eine viel geringere Anzahl an Hexenprozessen, und auch die Folter war eingeschränkt z.

Michael Hochgeschwender hält insbesondere konfessionelle Gegensätze für die Ursache des Hexenwahns. Für den Bereich der Hexenprozesse bleibt jedoch festzuhalten, dass die Verfahren in erster Linie von weltlichen Institutionen angestrengt und vor staatlichen Gerichten verhandelt wurden.

Ganz prinzipiell musste die weltliche Herrschaft bereit sein, Hexenprozesse zu fördern oder wenigstens zu tolerieren und ihren Verwaltungs- und Justizapparat hierfür zur Verfügung zu stellen. Klein- und Kleinststaaten wie sie am häufigsten auf dem Territorium des Heiligen Römischen Reiches vorkamen verfügten oft nur über schlecht ausgebildete Richter, deren Entscheidungen auch nicht durch einen geregelten Instanzenweg auf höherer Ebene hätten revidiert werden können.

Des Weiteren kämpften viele alte Herrschaften darum, ihre Gerichtsbarkeit nicht an die sich bildenden frühen Nationalstaaten zu verlieren. Eigenmächtige Prozesse gegen Hexen dienten hier der Legitimation. Sobald die Hexenprozesse einen gewissen Umfang erreicht hatten, waren u. Die Anzahl der Verurteilten war in den verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich. Hexenprozesse in Würzburg oder in Bamberg ; auch die Bistümer Köln ca. Um das Jahr beschreibt der Schweizer Chronist Hans Fründ die Begleitumstände der ab einsetzenden Hexenverfolgungen im Wallis, mit durchaus kritischem Blick auf das Zeitgeschehen.

In Spanien hat die Inquisition die Hexenverfolgung verhindert. Behauptungen, wie sie im Kulturkampf wieder verbreitet wurden, die Jesuiten hätten zu Hexenverfolgungen angestiftet, wurden schon durch die ausführlichen Untersuchungen der Historiker Johannes Janssen und Bernhard Duhr widerlegt.

Der erste Hexenprozess in Skandinavien fand in Finnmark statt. Von bis wurden 90 Personen, meist Frauen, verbrannt. Es waren die schwersten Verfolgungen in Norwegen in Friedenszeiten. Es findet sich kein eindeutiger Zusammenhang zwischen regionaler Konfession und Hexenverfolgung: In einigen katholischen Ländern wie im Kirchenstaat, in Irland, Portugal und Spanien waren Hexenverfolgungen selten bis sehr selten.

Allerdings wurde der Gerichtsordnung des katholischen Kaisers in protestantischen Territorien nur unvollständig Folge geleistet. In protestantischen Regionen wurde diese Vorschrift verschärft, weil Hexerei einen Bund mit dem Teufel darstelle und somit immer des Todes würdig sei.

Ein wichtiges Element des Hexenprozesses war das Geständnis, welches auch durch Androhung oder Durchführung der Folter angestrebt wurde. Angeklagte sollten eingestehen und Reue zeigen sowie Mitverschwörer verraten. So zog ein Hexenprozess gegebenenfalls etliche andere nach sich. Es gibt Hinweise darauf, dass beispielsweise in deutschen Hexenprozessen des Jahrhunderts gezielt Adlige in die Verfolgung einbezogen wurden in der vergeblichen Hoffnung, den Prozesswellen ein Ende zu machen.

Zwar versuchte die Halsgerichtsordnung die Folter streng zu reglementieren und verzichtete auf Gottesurteile.

Der Beweis der Schuld galt nur bei einem Geständnis des Angeklagten als geführt, welches ohne Folter wiederholt werden musste. Dieser relative Fortschritt wurde jedoch in der Praxis oft konterkariert: Man griff auf den Hexenhammer s. Ein weiteres wichtiges Element waren Denunziationen. Denunzianten mussten dem Beklagten nicht offengelegt werden, was für den Erfolg der Hexenprozesse von Bedeutung war.

In der Praxis wurden Appelle an weitere Zeugen der Verbrechen gerichtet, so dass dem ersten Denunzianten weitere folgten. Nach neueren Forschungen und umfangreichen Auswertungen der Gerichtsakten geht Schwerhoff davon aus, dass die Verfolgung in ganz Europa etwa Dazu kam eine hohe Zahl weiterer zu Konfiskation und Haft Verurteilter.

Die früher verbreiteten Zahlen von mehreren Etwa 75 bis 80 Prozent der Opfer der europäischen Hexenverfolgung waren Frauen, was dem geschlechtsbezogenen Hexenglauben in Mitteleuropa entsprach.

Regional konnte es zu Abweichungen kommen. Jahrhundert entwickelte sich die Vorstellung, die Hexenverfolgung sei eine organisierte Unterdrückung oder Vernichtung vorchristlicher Kulte gewesen, die von weisen Frauen praktiziert worden seien.

Die These wurde später zunächst von der völkischen Bewegung , dann aber auch vom Feminismus der er und er aufgegriffen und bildet heute die Grundlage verschiedener neuheidnischer und spirituell-feministischer Bewegungen. Die Bremer Sozialwissenschaftler Gunnar Heinsohn und Otto Steiger warfen die in der allgemeinen Öffentlichkeit vielbeachtete These auf, die Hexenverfolgung sei eine Methode gewesen, mit der tradiertes geheimes Verhütungswissen unterdrückt wurde, um die Bevölkerung der neu entstehenden Fürstentümer zu sichern.

In der Anfangszeit wurden vor allem alleinlebende, alte und sozial schwache Frauen aus einem bäuerlichen Umfeld Opfer der Hexenverfolgungen. So gibt es Hinweise darauf, dass gezielt versucht wurde, adlige und hochstehende Personen zu implizieren, möglicherweise da man die Hoffnung hatte, dass diese ihren Einfluss einsetzen könnten, um die Verfolgungswelle zu beenden.

Der Bürgermeister Johannes Junius , der in Bamberg verbrannt wurde, schrieb in Gefangenschaft einen Brief an seine Tochter, in dem er schilderte, wie die Henkersknechte ihn aufforderten, etwas Ausgedachtes zu gestehen, auch wenn er ganz unschuldig sei. Das letzte Todesopfer der Hexenverfolgung in Brandenburg war am Es gab weitere Prozesse, die jedoch mit Freisprüchen endeten.

In Südwestdeutschland wurde als eine der letzten der Hexerei angeklagten Frauen Anna Schnidenwind am April in Endingen am Kaiserstuhl hingerichtet. Vermutlich fand die letzte Hexenhinrichtung auf Reichsboden in Landshut statt: April wurde die jährige Veronika Zeritschin als Hexe verbrannt, nachdem sie geköpft worden war.

Das Urteil des Fürstabts Honorius Roth von Schreckenstein , dem kraft kaiserlichen Privilegs Campidona sola judicat ense et stola die geistliche und weltliche Gerichtsbarkeit zustand, wurde aber nicht vollstreckt, da der Fürstabt wenige Tage vor der Vollstreckung befahl, erneut die Ermittlungen aufzunehmen.

Der Fall wurde jedoch nicht weiter verfolgt, so dass Anna Schwegelin im Kemptener Gefängnis Stockhaus eines natürlichen Todes starb. Es war die letzte legale Hexenhinrichtung, die zum Entsetzen der protestantischen Öffentlichkeit in dem reformierten Schweizer Kanton Glarus durchgeführt wurde. Sie rief europaweit Empörung hervor. Es ist wenig wahrscheinlich, dass der Prozess wirklich stattfand.

Informationen darüber stammen nur aus einer und zudem recht unsicheren Quelle. Obwohl es sich hierbei um ein Dokument handelt, welches die Notwendigkeit der Hexeninquisition in Deutschland feststellt und Kramer zu seinen Hexenverfolgungen autorisierte, sind sich die Historiker einig, dass gerade die Anwendung dieses Dokumentes in anderen Fällen das Ausbrechen eines Hexenwahns verhindert hat, wie dies in Italien der Fall war, wo sich der Papst durchsetzen konnte.

Ihren relativ hohen Bekanntheitsgrad hatte die Hexenbulle Heinrich Kramer zu verdanken, der sie dem eigentlichen Text des Hexenhammers voranstellte. Eine bedeutende Rolle in der Popularisierung spielte der erschienene Hexenhammer , Malleus maleficarum , in der der Dominikaner und gescheiterte Inquisitor Heinrich Kramer seine Vorstellungen von Hexen zusammenfasste und mit Dutzenden von Kirchenväter-Zitaten zu untermauern suchte.

Sein Werk erreichte zwar nie kirchliche Anerkennung — auch wenn der Verfasser dies durch Voranstellung der päpstlichen Bulle Summis desiderantes affectibus versuchte zu suggerieren — und war damit keine Grundlage zum kirchlichen Vorgehen und ersetzte auch nie die weltliche Rechtsprechung, wirkte sich aber dennoch auf die Vorstellungen wie Rechtspraxis aus. Dies wird in einer Hexenpredigt deutlich, die Luther zu dieser Stelle hielt.

Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben. Calvin glaubte, dass Männer und Frauen in Genf drei Jahre lang durch Zauberkünste die Pest ausgebreitet hätten, und hielt alle ihnen durch die Folter abgepressten Selbstanschuldigungen für wahr, nachträglichen Widerruf für unwahr.

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